Am 6. Oktober fand nun endlich zunächst der Gütetermin zur Klage eines Mitglieds unserer Initiative gegen seinen Ausschluss aus dem Trägerverein der Freien Waldorfschule Weimar statt. TA/TLZ online berichten dazu folgendes:

Der Ausschluss von Michael Hasenbeck aus der Vereinigung Waldorfpädagogik Weimar scheint zumindest formal nicht einwandfrei. Ohne der für den 5. November angekündigten Entscheidung vorzugreifen, verwies Richterin Karin Reckert am Mittwoch
bei der Güteverhandlung am Amtsgericht auf Defizite im Verfahren.

Seine beiden Kinder, so Hasenbeck, genossen an Weimars Waldorfschule eine hervorragende Ausbildung. Deshalb habe er, nachdem sie ihre Schulzeit beendeten, seine Mitgliedschaft im Trägerverein still aufrecht erhalten. Mit der Diskussion um
Gewaltvorwürfe an der Schule sah er seine Rolle jedoch wieder aktiver. Im vergangenen Dezember kündigte er an, für die Wahl zum Vereinsvorstand kandidieren zu wollen. Zugleich stellte er einen Antrag an die Mitgliederversammlung, zur Aufklärung der Vorwürfe eine Arbeitsgruppe einzurichten.

Dazu kam es jedoch nicht. Stattdessen wurde Hasenbeck aus dem Verein ausgeschlossen. Dem Vorstandsvotum vom 19. Februar folgte am 24. Februar die Mehrheit der Mitgliederversammlung. An der Art und Weise, wie dies geschah, hegte der Betroffene jedoch Zweifel und klagte. Seine Argumente: Der Vorstand habe ihn von der Ausschlussabsicht am 18. Februar per E-Mail informiert und ihm für eine Stellungnahme eine Frist bis zum 19. Februar um 12 Uhr gesetzt. „Nicht nur, dass diese Frist unüblich kurz war. Außer einer allgemeinen Verletzung der Vereinsinteressen wurde mir kein konkreter schwerwiegender Vorwurf mitgeteilt, zu dem ich überhaupt hätte Stellung nehmen können“, so Hasenbeck.

Dass er künftig eine solche Plattform bekomme, schloss der Anwalt des Vereins, Alexander Suck, aus. Für ihn sei es lediglich denkbar, dass Hasenbeck laut Satzung gegenüber dem Vereinsvorstand eine Stellungnahme abgeben könne und die Mitgliederversammlung im November erneut über den Ausschluss abstimmt. Der Vorstand selbst positionierte sich hierzu bei Gericht nicht. Obwohl die Richterin persönliches Erscheinen angeordnet hatte, sagten alle fünf Vorstandsmitglieder wegen Krankheit ab.

Thüringer Allgemeine online, 6. Oktober 2021