"Ich kann es wirklich nicht verstehen, warum Du Dich für Gewaltverzicht an unserer Schule so sehr einsetzt." - "Ich kann es vielmehr nicht verstehen, wie man sich nicht dafür einsetzen kann."***

Kategorie: Finanzierung

#WaldorfschuleWeimar: Ohne Rechtsbewusstsein kein Unrechtsbewusstsein

Zum dritten Mal verlieren Vorstand und Geschäftsführung der Weimarer Waldorfschule vor Gericht. Es ist die Schule, in der Meinungsvielfalt lieber rechtswidrig gelenkt und unterdrückt wird, in der angemessene Kritik durch jahrelang aktive Eltern mit Kündigungen und Vereinsausschluss begegnet wird. Der Wille aber, sich an Entscheidungen von Gerichten, Schulaufsicht und Gesundheitsamt zu halten, fehlt. Wo kein Rechtsbewusstsein, mangelt es ganz offenbar auch an Unrechtsbewusstsein.

So ruft jetzt ein Vereinsmitglied auf, bei der Mitgliederversammlung am 30.11.2021 „Paroli“ zu bieten. „Paroli“ also

  • all jenen, die sich für die Einhaltung des gerichtlich anerkannten Rechts einsetzen.
  • denjenigen, die sich seit 2 Jahren gegen einen antidemokratischen Paternalismus und fehlende bzw. weiter erodierende Mitbestimmung von Eltern und Schüler*innen wenden.

Erneut werden die als unerwünschte Unruhestifter*innen verunglimpft, die sich für einen Schulträgerverein einsetzen, in dem

  • die Mehrheit dafür steht, dass man sich an Regeln hält.
  • kein Rechtsanwalt des Vorstands und keine Geschäftsführerin einseitig und selbstherrlich erklären kann, dass die Aufarbeitung von Gewalt an Schüler*innen beendet sei und „die Mehrheit im Verein“ mit diesem Thema nicht mehr „belästigt“ werden möchte.

Bei Vorstand, einigen Lehrenden und (auch ehemaligen) Eltern fehlt das Unrechtsbewusstsein, wenn es um die Verhinderung der Aufarbeitung von Gewalt und die Anerkennung von Anforderungen an den Kinderschutz, Gewaltprävention, Mitbestimmung von Schülerinnen und Eltern sowie den Infektionsschutz geht. Die Opferperspektive scheint unbekannt. Der Dialog mit Kritiker*innen ist ausgeschlossen. Allein Pädagog*innen wissen was richtig ist. Staat und Eltern dürfen „nur“ finanzieren. Zur Abwehr von Kritik geht der Vorstand des Trägervereins nun sogar noch weiter.

Am 30.11.2021 soll durch Satzungsänderungen „zum Wohle aller“ die „autonome Herrschaft von Wenigen“, der beim Trägerverein beschäftigten Lehrer*innen, begründet werden. Hierzu sollen unter anderem Stimmrechte beschnitten und Vereinsausschlüsse weiter erleichtert werden.

Nicht nur die Chance, einen fairen, demokratischen Aufarbeitungsprozess aus dem Verein heraus zu gestalten, ist gänzlich vertan, wenn diese Satzungsänderungen beschlossen werden. Das hat die Schule und die moderne Anthroposophie nicht verdient.

Kann es sein, dass die Weimarer Waldorfschule zwar weiter von Steuergeldern lebt, aber Mindestanforderungen an Mitbestimmung, Transparenz und demokratische Strukturen sowie Trägerverantwortung verweigert und Leitungsgremien ohne Rechts- und Unrechtsbewusstsein weitermachen?

Strukturelle Probleme nicht nur an Weimarer Waldorfschule

Im Hinblick auf die Vorkommnisse an der Waldorfschule in Weimar und die aktuelle Prüfung der Zuverlässigkeit des Trägervereins, erhielten wir Kenntnis von einem Parallelvorgang aus Niedersachsen über die Berichterstattung aus der dortigen Presse und Betroffener:

Eine andere Lehrerin sagt anonym dazu: „Das, was mit mehreren Kolleginnen hier gemacht wurde und wird, war und ist psychische Vergewaltigung“ und ergänzt auf Rückfrage: „Ich bin
mir ganz genau dessen bewusst, was dieser Vorwurf bedeutet, aber ich stehe zu dieser Aussage.“
Die Hierarchie gleiche laut der Lehrerin einer Diktatur: „Meinungsäußerung ist nur sinnvoll, wenn man damit die Meinung der Schule unterstützt. Ansonsten würde ich es lassen, wenn ich mich selber nicht gefährden will.“

kreiszeitung.de vom 16.06.2021
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Nichts ist auf einem guten Weg – Lehrer:innen und Schüler:innen gehen

#SystemWaldorfschuleWeimar: Über Jahre wurden Schüler:innen Opfer und Betroffene von psychischer und physischer Gewalt, begangen von Lehrer:innen. Bis heute gibt es ungeklärte Vorwürfe. Zwei Jahre Herunterspielen, Vertuschen und Ausgrenzen der Opfer. Jetzt will man sich für eine Kurskorrektur – wieder ohne Beteiligung der Opfer und Betroffenen – nocheinmal zwei Jahre geben. Täter:innen und verantwortlicher Vorstand und Geschäftsleitung bleiben. Man nennt dies interne Aufarbeitung und Blick nach vorn – für Opfer und Betroffenen klingt das nicht nur wie eine Verhöhnung.

Am Ende wird die Landespolitik kurzfristig zu entscheiden haben, ob ein Schulträger die notwendige Zuverlässigkeit für die uneingeschränkte Fortführung eines mit Steuermitteln finanzierten Schulbetriebs hat, in dem es ihm bereits seit fast drei Jahren auch durch den „Rauswurf“ von Opfern, Betroffenen sowie Kritiker:innen aus der Schule und dem Verein gelungen ist, nichts zu verändern.

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