"Ich kann es wirklich nicht verstehen, warum Du Dich für Gewaltverzicht an unserer Schule so sehr einsetzt." - "Ich kann es vielmehr nicht verstehen, wie man sich nicht dafür einsetzen kann."***

Kategorie: Kinderschutz

#SystemWaldorfWeimar – Kein Ende in Sicht?

Was im Dezember 2020 nochmals als vereins- und schulinterner Versuch startete, die Vorwürfe der von Lehrenden an Schüler:innen verübten Gewalt für die Vergangenheit aufzuklären, Opfern zu helfen und für die Zukunft fachlich-qualifizierte Präventionsmechanismen einzuführen, endet zunehmend als Desaster für den Trägerverein, dessen Mitglieder bis heute nicht erkannt haben, dass sie an einem überforderten und zudem rechtlich unvertretbar beratenen Schulvorstand festhalten.

Kein Wunder, denn Kontrolle und Qualitätssicherung findet kaum statt – und wird auch nicht eingefordert. Die – wenn überhaupt arbeitsfähigen – Schulgremien werden weiter und sogar zunehmend von den Kräften bestimmt, die seit Jahren im Zentrum der Gewaltvorwürfe standen. In keinem der bestehenden Gremien sind mehr Eltern oder gar Schülerinnen beteiligt – ein weiterer Rückschritt zu einem ohnehin schon als unbefriedigend empfundenen und auf den letzten Mitgliederversammlungen vor unserem Offenen Brief vom Dezember 2019 vehement beklagten Zustand.

Hinsichtlich der Verletzung der Mitgliedschaftsrechte und der Machenschaften des Vorstands und einiger Lehrender geht ein Prozess nach dem anderen für die Schule vor dem Amtsgericht und Verwaltungsgericht verloren. Niemand jedoch fragt warum – und warum dieser Vorstand an seiner Rechtsvertretung festhält?

Stattdessen stimmt man während der Verfahren der Änderung der Vereinssatzung zu, die eine weitere Entmündigung der Mitgliederversammlung des Trägervereins als Kontrollorgan zur Folge hat.

Wer die Schule kritisiert, kann jetzt noch schneller rausfliegen, wer keine Kinder mehr an der Schule hat, darf noch zahlen, aber besitzt kein Stimmrecht mehr.

So geht nicht nur Mitverantwortung, sondern auch die Erzählung zur Geschichte der wirklich freien Schulgründung verloren. Zurück bleiben Wortführer:innen vor allem im Lehrkörper mit Strahlkraft ins antidemokratische Milieu.

Das hat die Waldorfschule in Weimar nicht verdient! Der Bund der Freien Waldorfschulen ist hier erschütternderweise kaum hilfreich. Schmallippig wurde das „Ausschlussverfahren“ gegen die Schule eingestellt, es blieb in seiner Prüfungstiefe völlig hinter den ohnehin schon geringen Hürden zurück, die man „der Schule“ gestellt hatte. Was muss noch passieren, damit von dieser Seite konsequent gehandelt wird? Die Geschäftsführung der Weimarer Waldorfschule jedenfalls konterkariert die Bemühungen der erneut etablierten Elternvertretung um mehr inhaltlichen Austausch und Begegnung vielmehr mit der Aussage, die als Auflage des Schulamts auch an der Waldorfschule etablierte Schulversammlung diene ausschließlich dem Zweck, den Auflagen des Amtes genüge zu tun. An echter Erziehungspartnerschaft ist an dieser Schule also nach wie vor niemand in den schulführenden Gremien interessiert. Dass kaum jemand außerhalb der Schule der Behauptung der Geschäftsführung glaubt, man kooperiere mit den Behörden, interessiert in der Schulgemeinschaft indessen kaum.

Jüngstes Beispiel: die seit 2005 in Oettern betriebene Außenstelle der Schule („Klasse 1b“), die gegenüber den Behörden offensichtlich im jährlichen Abrechnungswerk der öffentlich geförderten Schule verschwiegen wurde. Dass hier – jedenfalls seit 2016 – etwas rechtswidrig läuft, konnte durch die schulaufsichtliche Überprüfung festgestellt werden, denn seit 2016 sieht das Gesetz für Schulen in Freier Trägerschaft vor, dass Schulen in verschiedenen Landkreisen als eigenständige Einheiten zu betreiben sind. Es muss als Fahrlässigkeit der Schulleitung betrachtet werden, hier nur den Bestandsschutz „angenommen“ zu haben, wie unlängst dem internen Mitteilungsorgan der Schule zu entnehmen war, statt durch ernsthafte Kooperation mit den Behörden Rechtssicherheit für das etablierte Angebot zu schaffen, was seinerzeit womöglich eine Schließung vermieden hätte.

Mit vielem aus der Vergangenheit will man sich denn also auch nicht behängen. Verständlich. Aber so lebt das #SystemWaldorfWeimar weiter.

Bis „die Neuen“ dahinter kommen, vergehen wieder Jahre und erneut wird es zu spät sein. Und wir, „die Alten“, werden durch Vereinsauschlüsse oder Maulkorbhinweise ausgebootet.

Hinzu kommt: Protokolle der Mitgliederversammlungen sind evident unvollständig oder auch schlichtweg falsch. All das lässt sich jedoch mit diesem Vorstand und seinem Einfluss auf die Vereinsmitglieder nur über die Gerichte und die Medien klären – und wird den Klagenden zum Vorwurf gemacht. All dass wird zudem zu einem Spiel auf Zeit – auf Kosten derer, für die der verbliebene Widerstand einmal angetreten ist:

Die Kinder und Jugendlichen, die sich an einer Schule psychischer und physischer Gewalt über Jahre ausgesetzt sahen. Viele sind noch da, auch viele, die Zeugen der Übergriffe wurden. Viele haben die Schule mittlerweile verlassen oder mussten gehen, aber Beschuldigte und Täterinnen bleiben unangefochten.

Es muss endlich zu einer Beurteilung durch die zuständige Schulaufsicht kommen, die die Frage zu beantworten hat, ob die bis heute verantwortlichen Vorstände des Trägervereins und die Mitgliederversammlung als Kontrollorgan des Vorstands (noch) in der Lage sind, die Schule zuverlässig und auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu führen. Zumal der Verein auf Antrag eben dieses Vorstandes nunmehr eine Satzung beschlossen hat, die der Mitgliederversammlung fast alle Kontrollmöglichkeiten gegenüber den Lehrenden – die sich selbst ergänzen und verwalten und zudem noch die Stimmenmehrheit im Trägerverein selbst stellen können – genommen hat.

Mitverantwortung oder innerschulische Mitbestimmung – Fehlanzeige. Ein solches System, dass mit Steuermitteln finanziert wird, darf so keinen Bestand haben.

#WaldorfschuleWeimar: Ohne Rechtsbewusstsein kein Unrechtsbewusstsein

Zum dritten Mal verlieren Vorstand und Geschäftsführung der Weimarer Waldorfschule vor Gericht. Es ist die Schule, in der Meinungsvielfalt lieber rechtswidrig gelenkt und unterdrückt wird, in der angemessene Kritik durch jahrelang aktive Eltern mit Kündigungen und Vereinsausschluss begegnet wird. Der Wille aber, sich an Entscheidungen von Gerichten, Schulaufsicht und Gesundheitsamt zu halten, fehlt. Wo kein Rechtsbewusstsein, mangelt es ganz offenbar auch an Unrechtsbewusstsein.

So ruft jetzt ein Vereinsmitglied auf, bei der Mitgliederversammlung am 30.11.2021 „Paroli“ zu bieten. „Paroli“ also

  • all jenen, die sich für die Einhaltung des gerichtlich anerkannten Rechts einsetzen.
  • denjenigen, die sich seit 2 Jahren gegen einen antidemokratischen Paternalismus und fehlende bzw. weiter erodierende Mitbestimmung von Eltern und Schüler*innen wenden.

Erneut werden die als unerwünschte Unruhestifter*innen verunglimpft, die sich für einen Schulträgerverein einsetzen, in dem

  • die Mehrheit dafür steht, dass man sich an Regeln hält.
  • kein Rechtsanwalt des Vorstands und keine Geschäftsführerin einseitig und selbstherrlich erklären kann, dass die Aufarbeitung von Gewalt an Schüler*innen beendet sei und „die Mehrheit im Verein“ mit diesem Thema nicht mehr „belästigt“ werden möchte.

Bei Vorstand, einigen Lehrenden und (auch ehemaligen) Eltern fehlt das Unrechtsbewusstsein, wenn es um die Verhinderung der Aufarbeitung von Gewalt und die Anerkennung von Anforderungen an den Kinderschutz, Gewaltprävention, Mitbestimmung von Schülerinnen und Eltern sowie den Infektionsschutz geht. Die Opferperspektive scheint unbekannt. Der Dialog mit Kritiker*innen ist ausgeschlossen. Allein Pädagog*innen wissen was richtig ist. Staat und Eltern dürfen „nur“ finanzieren. Zur Abwehr von Kritik geht der Vorstand des Trägervereins nun sogar noch weiter.

Am 30.11.2021 soll durch Satzungsänderungen „zum Wohle aller“ die „autonome Herrschaft von Wenigen“, der beim Trägerverein beschäftigten Lehrer*innen, begründet werden. Hierzu sollen unter anderem Stimmrechte beschnitten und Vereinsausschlüsse weiter erleichtert werden.

Nicht nur die Chance, einen fairen, demokratischen Aufarbeitungsprozess aus dem Verein heraus zu gestalten, ist gänzlich vertan, wenn diese Satzungsänderungen beschlossen werden. Das hat die Schule und die moderne Anthroposophie nicht verdient.

Kann es sein, dass die Weimarer Waldorfschule zwar weiter von Steuergeldern lebt, aber Mindestanforderungen an Mitbestimmung, Transparenz und demokratische Strukturen sowie Trägerverantwortung verweigert und Leitungsgremien ohne Rechts- und Unrechtsbewusstsein weitermachen?

Auch Richterin verweist auf Defizite im Verfahren

Am 6. Oktober fand nun endlich zunächst der Gütetermin zur Klage eines Mitglieds unserer Initiative gegen seinen Ausschluss aus dem Trägerverein der Freien Waldorfschule Weimar statt. TA/TLZ online berichten dazu folgendes:

Der Ausschluss von Michael Hasenbeck aus der Vereinigung Waldorfpädagogik Weimar scheint zumindest formal nicht einwandfrei. Ohne der für den 5. November angekündigten Entscheidung vorzugreifen, verwies Richterin Karin Reckert am Mittwoch
bei der Güteverhandlung am Amtsgericht auf Defizite im Verfahren.

Seine beiden Kinder, so Hasenbeck, genossen an Weimars Waldorfschule eine hervorragende Ausbildung. Deshalb habe er, nachdem sie ihre Schulzeit beendeten, seine Mitgliedschaft im Trägerverein still aufrecht erhalten. Mit der Diskussion um
Gewaltvorwürfe an der Schule sah er seine Rolle jedoch wieder aktiver. Im vergangenen Dezember kündigte er an, für die Wahl zum Vereinsvorstand kandidieren zu wollen. Zugleich stellte er einen Antrag an die Mitgliederversammlung, zur Aufklärung der Vorwürfe eine Arbeitsgruppe einzurichten.

Dazu kam es jedoch nicht. Stattdessen wurde Hasenbeck aus dem Verein ausgeschlossen. Dem Vorstandsvotum vom 19. Februar folgte am 24. Februar die Mehrheit der Mitgliederversammlung. An der Art und Weise, wie dies geschah, hegte der Betroffene jedoch Zweifel und klagte. Seine Argumente: Der Vorstand habe ihn von der Ausschlussabsicht am 18. Februar per E-Mail informiert und ihm für eine Stellungnahme eine Frist bis zum 19. Februar um 12 Uhr gesetzt. „Nicht nur, dass diese Frist unüblich kurz war. Außer einer allgemeinen Verletzung der Vereinsinteressen wurde mir kein konkreter schwerwiegender Vorwurf mitgeteilt, zu dem ich überhaupt hätte Stellung nehmen können“, so Hasenbeck.

Dass er künftig eine solche Plattform bekomme, schloss der Anwalt des Vereins, Alexander Suck, aus. Für ihn sei es lediglich denkbar, dass Hasenbeck laut Satzung gegenüber dem Vereinsvorstand eine Stellungnahme abgeben könne und die Mitgliederversammlung im November erneut über den Ausschluss abstimmt. Der Vorstand selbst positionierte sich hierzu bei Gericht nicht. Obwohl die Richterin persönliches Erscheinen angeordnet hatte, sagten alle fünf Vorstandsmitglieder wegen Krankheit ab.

Thüringer Allgemeine online, 6. Oktober 2021

Vertreter:innen der Initiative #Neuanfang im Gespräch mit Landtagsabgeordneten

Am 27. Juli 2021 trafen sich Vertreter:innen unserer Initiative mit Mitgliedern des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport im Thüringer Landtag zu einem sehr konstruktiven Austausch über die Situation an der Waldorfschule in Weimar. Wir waren sehr froh, dass von dieser Seite – im Gegensatz zu anderen Stellen – das Gespräch mit uns gesucht wird.

Neben der bis heute nicht zusammen mit Opfern und Betroffenen aufgearbeiteten Gewalt und Gewaltvorwürfen, ging es u. a. um die strukturellen und pädagogischen Herausforderungen für die notwendige und grundlegende Reformierung der Freien Waldorfschule Weimar sowie um die Frage nach den dazu erforderlichen Konsequenzen und Maßnahmen.

Es wurde vereinbart, zunächst auf den Abschlussbericht des Schulamtes und Ministeriums zur schulaufsichtlichen Überprüfung der Weimarer Waldorfschule zu warten, der im September 2021 Thema im Ausschuss sein sollte. Hiernach soll es weitere Gespräche geben.

Schulleitung zeigt, was sie von Kinderschutz hält

Während die staatliche Schulaufsicht und der Vorstand des Bundes Freier Waldorfschulen (BdFWS) an der Schule in Weimar „Besserungen“ nach erfolgten Auflagen sehen, stockt Opfern und Betroffenen erneut der Atem. Nach fast zwei Jahren vergeblicher Versuche, hinsichtlich der von Lehrkräften an Schüler:innen verübten Gewalt sowie Gewaltvorwürfen Aufklärung, Anerkennung, Entschuldigung und Konsequenzen zu erreichen, machen Schulleitung und Teile des Kollegiums weiter wie bisher. Beindruckend wird demonstriert, was man von Kinderschutz hält – nichts.

Ein erneuter Höhepunkt: Trotz eines noch gegen eine Lehrkraft laufenden Ermittlungsverfahrens bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (AZ liegt vor) wird diese nun den Eltern der neuen ersten Klasse als Klassenlehrer:in präsentiert.

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Strukturelle Probleme nicht nur an Weimarer Waldorfschule

Im Hinblick auf die Vorkommnisse an der Waldorfschule in Weimar und die aktuelle Prüfung der Zuverlässigkeit des Trägervereins, erhielten wir Kenntnis von einem Parallelvorgang aus Niedersachsen über die Berichterstattung aus der dortigen Presse und Betroffener:

Eine andere Lehrerin sagt anonym dazu: „Das, was mit mehreren Kolleginnen hier gemacht wurde und wird, war und ist psychische Vergewaltigung“ und ergänzt auf Rückfrage: „Ich bin
mir ganz genau dessen bewusst, was dieser Vorwurf bedeutet, aber ich stehe zu dieser Aussage.“
Die Hierarchie gleiche laut der Lehrerin einer Diktatur: „Meinungsäußerung ist nur sinnvoll, wenn man damit die Meinung der Schule unterstützt. Ansonsten würde ich es lassen, wenn ich mich selber nicht gefährden will.“

kreiszeitung.de vom 16.06.2021
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Nichts ist auf einem guten Weg – Lehrer:innen und Schüler:innen gehen

#SystemWaldorfschuleWeimar: Über Jahre wurden Schüler:innen Opfer und Betroffene von psychischer und physischer Gewalt, begangen von Lehrer:innen. Bis heute gibt es ungeklärte Vorwürfe. Zwei Jahre Herunterspielen, Vertuschen und Ausgrenzen der Opfer. Jetzt will man sich für eine Kurskorrektur – wieder ohne Beteiligung der Opfer und Betroffenen – nocheinmal zwei Jahre geben. Täter:innen und verantwortlicher Vorstand und Geschäftsleitung bleiben. Man nennt dies interne Aufarbeitung und Blick nach vorn – für Opfer und Betroffenen klingt das nicht nur wie eine Verhöhnung.

Am Ende wird die Landespolitik kurzfristig zu entscheiden haben, ob ein Schulträger die notwendige Zuverlässigkeit für die uneingeschränkte Fortführung eines mit Steuermitteln finanzierten Schulbetriebs hat, in dem es ihm bereits seit fast drei Jahren auch durch den „Rauswurf“ von Opfern, Betroffenen sowie Kritiker:innen aus der Schule und dem Verein gelungen ist, nichts zu verändern.

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Für Offenheit, Transparenz und Vertrauen

Die Weimarer Waldorfschule ist entstanden, weil es 1990 mutige Menschen und den Willen von Eltern, Lehrer:innen und Unterstützer:innen gab, gemeinsam und frei eine Schule zu gründen und zu gestalten. Dazu wurde ein Verein gegründet, dessen festgeschriebener satzungsmäßiger Zweck auch ist, die Einrichtungen der Schule zu gestalten. Was dies umfasst, scheint 30 Jahre später leider aus dem Blick geraten zu sein.

Wir sehen es als Glück, dass eine Vereinsatzung Mitglieder, die Eltern, Lehrer:innen, Externe sein können, verbindet! Auch wenn der gemeinsame Verein einmal nur als rechtlich notwendiges Vehikel gegründet wurde, ist er heute eine große Chance zu Gemeinsamkeit.

Was jetzt not-wendend ist:

  1. Ein nachhaltiges Gewalt- und Kinderschutzkonzept für unsere Schule, gemeinsam erarbeitet von Lehrer:innen, Eltern und Schüler:innen und die Schaffung einer unabhängigen Vertrauensstelle.
  2. Anerkennung des direkt und indirekt erfahrenen Leids durch physische und psychische Gewalt und Entschuldigung bei den Opfern sowie die umfassende Rehabilitierung der kritischen Eltern, insbesondere durch Rücknahme von Kündigungen, Verleumdungen und Vereinsauschluß.
    Hierbei ist wichtig: diese Entschuldigung ist nur dann wertvoll und wirksam, wenn sie von den Leidtragenden ausdrücklich angenommen werden kann. Verzeihen und/oder Vergessen kann keinesfalls verordnet oder verlangt werden, sondern ist lediglich im individuellen Prozess zwischen Täter:innen und Betroffenen eine Variante des Umgangs.
  3. Transparent und professionell arbeitende Selbstverwaltungsgremien und in der Vereinsstruktur (Satzung) und Schulorganisation (Schulordnung) verankerte und gemeinsam erarbeitete Mitbestimmunsmöglichkeiten für Eltern und Schüler:innen.

Selbstverwaltung der Pädagog:innen ist ein hohes, schätzenswertes Gut und zwar mit dem Ziel, dass Lehrer:innen beste Erziehung abstimmen und selbstbestimmt bei gewahrtem Kindeswohl gestalten können. Aber Selbstverwaltung ist kein Selbstzweck und bedeutet nicht, dass sie völlig ohne das Aussen aus Eltern, Schüler:innen, Verein und Öffentlichkeit geschehen kann. Im Gegenteil, die Selbstverwaltung basiert auf dem tiefen Vertrauen und transparentem Handeln im Auftrag von Eltern und Schüler:innen.

Die Pädagogik, der wir alle vertrauen, hat aus unserer Sicht die Kraft, in Transparenz und in Gemeinsamkeit mit Eltern und Schüler:innen vollzogen zu werden: genau in einem solchen Verhältnis erkennen wir die „freie“ Waldorfschule Weimar.

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