An dieser Stelle stellen wir Dokumente und Medienberichte zur Verfügung, teilweise kurz kommentiert. So hoffen wir, der einseitigen, oft verleumderischen Darstellung und Kommunikation der schulführenden Menschen der Freien Waldorfschule Weimar etwas entgegensetzen zu können. Diese Sammlung ist nicht abschließend und wird von uns laufend ergänzt – auch mit einschlägigen Dokumenten und Berichten zu anderen Waldorfschulen.

Am Beginn stehen zwei offene Briefe, die zunächst an die Schulleitung der Weimarer Waldorfschule gingen, sowie an den Elternrat und die Schlichtungs- und Beschwerdestelle des BdFWS im Falle des Offenen Elternbriefes, der im Februar 2020 auch an das Schulamt übermittelt wurde.

Wir Eltern in Weimar haben uns erst in 2018/2019 klassenübergreifend gefunden, man konnte bis dahin glauben und aufgrund von Schweigegeboten im Umgang mit Übergriffigkeiten sollte man das vielleicht auch, dass man mit seiner Kritik alleine dastünde. Erst 2019 begriffen wir: das, was unseren Kindern widerfahren war, auch schon evtl. Jahre vorher, war kein Einzelfall, sondern auf einmal fielen im Austausch die Namen bestimmter Lehrender mehrfach. Erst dadurch wurden wir gewahr, dass wir es mit institutionalisierter Gewalt zu tun hatten, wie wir dann im Rahmen der Beratung beim Kinderschutzdienst lernten:
Offener Elternbrief an die Schulleitung und den Elternrat der Freien Waldorfschule Weimar sowie an die Schlichtungs- und Beschwerdestelle des Bundes der Freien Waldorfschulen vom 12.12.2019

Offener Brief von ehemaligen Schüler:innen vom 11.06.2020


Die Sonderpädagogin Ingrid Ruhrmann konnte auf Betreiben eines Elternvorstandes 2015 für eine Kollegiumsfortbildung an der FWS Weimar gewonnen werden. Trotz sehr klarer Worte im feedback für den Vorstand zum wahrgenommenen Machtmissbrauch Einzelner blieb sie ohne nennenswerte Umsetzung in konkretes Handeln:
„Ein Blog über die unterschätzte Gefahr von Gewalt in Familien, Schulen und Freizeit“ von Ingrid Ruhrmann, Mitbegründerin des Bernhard Lievegoed Instituts e. V. Hamburg


Antrag zur Mitgliederversammlung der Vereinigung Waldorfpädagogik Weimar e. V. am 16.10. 2018

2019

Anträge zur Mitgliederversammlung der Vereinigung Waldorfpädagogik Weimar e. V. am 30.04.2019


2020

Der Elternrat der FWS Weimar hat am 13.01.2020 Vertreter:innen der LAG Kinder- und Jugendschutz Thüringen e. V. zu einer Fortbildung eingeladen. Siehe besonders S. 36-39 („Schutzraum Schule“), 46 („Warum hat es so lange gedauert, bis diese ans Licht der Öffentlichkeit kamen?“), 50 („Was gehört zu einer nachhaltigen Aufarbeitung“) und 53-54 („Prävention“):
„Sehen – Erkennen – Handel“ – Präsentation zum Kinderschutz an Schulen der LAG Kinder und Jugendschutz Thüringen e. V. vom 13.01.2020


Bereits am 8. Februar 2020, unmittelbar nach dem ersten und einzigen Gespräch der Schulverantwortlichen mit den Unterzeichner:innen des offenen Briefes vom12. Dezember 2019, resümierte der Schlichter des BdFWS die Situation an unserer Schule in einer Nachricht an die Schulgemeinschaft wie folgt:
Email Schlichter BdFWS an die Schulgemeinschaft der FWS Weimar vom 08.02.2020


Abschlussbericht des Schlichters des BdFWS – Freie Waldorfschule Weimar vom 27.03.2020


In der Schulpost vom 30.04.2020 wurde der Wunsch nach zukunftsorientiertem Arbeiten geäußert, verbunden mit dem Bedauern, dass der Fokus zu sehr auf Vergangenem läge. Eine Reaktion darauf aus unserem Kreis:
Betr. „Zukunftsorientiertes Arbeiten“ Email einer Unterzeichnerin des Offenen Elternbriefes an eine Autorin der Schulpost vom 30.04.2020


Unser Brief zeigt, was seit der Übergabe unseres Offenen Briefes passiert bzw. eben nicht passiert ist und was wir am Vorgehen des Vorstandes kritisieren:
Betr. „Kündigung von Schulverträgen“ Brief der Unterzeichner:innen des Offenen Elternbriefes an den Vorstand der Vereinigung Waldorfpädagogik Weimar e. V. vom 12.05.2020


In einer Mitteilung an die Schulgemeinschaft informierten am 28.05.2020 die schulführenden Menschen der FWS Weimar über die definitive Aufrechterhaltung der Kündigungen von Schulverträgen der Kinder von Unterzeichner:innen des Offenen Elternbriefes vom 12.12.2019, „obwohl es eine Erleichterung gewesen“ wäre, anders entscheiden zu können. Gleichzeitig wurde formuliert, dass man „auch divergierende“ Elterninteressen „nach Kräften ernstnähme“, im Kollegium mit externer Unterstützung an verbesserter Kommunikation arbeite und eine Schulversammlung für September 2020 in Aussicht gestellt:
Betr. „Fragen zum Schreiben an die Schulgemeinschaft vom 28.05.2020“ Email einer Unterzeichnerin des Offenen Elternbriefes vom 12.12.2019 vom 29.05.2020


Am 12.06.2020 erfuhr die Schulgemeinschaft der FWS Weimar aus einer sog. Ergebnispost: „Nach der Bildung der Arbeitsgruppe und einem inhaltlichen Anschluss an bereits vorgedachte Aspekte und der Einarbeitung in die Anforderungen von Anthropoi ist der Vorstand zu dem Ergebnis gekommen, dass wir die fachliche Begleitung beauftragen. […] Fachstellenleiter von Anthropoi wird in der nächsten Woche die AG in der Erstellung eines schuleigenem Konzeptes unterstützen.“ Daraufhin wandte sich eine Unterzeichnerin des Offenen Elternbriefes vom 12.12.2019 an den Genannten sowie den Vorstand mit ihren diesbezüglichen Fragen:
Betr. „Gewaltpräventionskonzept der Freine Waldorfschule Weimar“ Email einer Unterzeichnerin des Offenen Elternbriefes vom 12.12.2019 vom 15.06.2020


Die Email von mehreren Mitgliedern der Vereinigung Waldorfpädagogik Weimar e. V. bittet um eine transparente Kommunikation auch gegenüber den Mitgliedern des Trägervereins. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Information über Art und Inhalt der schulaufsichtlichen Überprüfung, welche offenbar damals schon seit mehreren Wochen im Gange war. In der Antwort der Geschäftsführung wurden wir erneut nur auf den angekündigten „Austausch“ zu Beginn des nächsten Schuljahres verwiesen:
Betr. „Bitte um Information“ Brief an den Vorstand der Vereinigung Waldorfpädagogik e. V. von Mitgliedern vom 23.06.2020


Die kritische Stellungnahme einer von Kündigung betroffenen Familie zum Vorgehen und Äußerungen des zuständigen Schlichters im schulinternen Schlichtungsverfahren werfen ein ganz anderes Licht auf die Ereignisse seit der Übergabe des Offenen Elternbriefes vom 12.12.2019 als die Verlautbarungen der schulführenden Gremien der FWS Weimar in die Schulgemeinschaft:
Stellungnahme zum 2. Schlichterbrief im Rahmen des schulinternen Schlichtungsverfahrens eines Betroffenen vom 07.07.2020


„Die nicht so freie Waldorfschule“ ZEITonline vom 03.12.2020 (nur für Abonnent:innen)


„Ermittlungen gegen Lehrer der Waldorfschule Weimar“ MDR Nachrichten vom 04.12.2020


„Die Eltern betrachten die Schule als heile Welt“ Interview mir A. Görg vom Kinder- und Jugendschutzdienst Känguru Weimar“ ZEITonline vom 07.12.2020


„Waldorfschule Weimar reagiert auf Gewaltvorwürfe“ MDR Thüringen vom 07.12.2020


„Nach Gewaltvorwürfen in Waldorfschule Weimar: Verband fordert Suspendierung von Lehrern“ MDR Thüringen vom 09.12.2020


„Waldorfschule Weimar kommt nach Gewaltvorwürfen nicht zur Ruhe“ MDR Thüringen vom 19.12.2020

2021

Nach der Mitgliederversammlung des Trägervereins der Freien Waldorfschule Weimar vom 16.12.2020, die alle drängenden Fragen unbeantwortet ließ, formulierte eine ad-hoc-Arbeitsgruppe mehrere Anträge zur MV am 24.02.2021:
Anträge zur Mitgliederversammlung der Vereinigung Waldorfpädagogik Weimar e. V. vom 26.01.2021


Diese Reportage des WDR Fernsehen behandelt ein völlig anderes Thema, aber zeigt sehr deutlich wie anfällig abgeschlossene Systeme mit einer hohen Selbstreferentialität für gefährliche Fehlentwicklungen sind:
„Wenn Rechtsextremisten freie Schule unterwandern“ WDR Fernsehen „die story“ vom 27.01.2021


„Konflikt um Waldorfschule Weimar spitzt sich zu“ MDR Thüringen vom 18.02.2021


„Waldorfschule Weimar: Zwei Ermittlungsverfahren eingestellt“ MDR Thüringen vom 19.02.2021


„Waldorfschule Weimar: Einblicke von außen unerwünscht“ Thüringer Allgemeine vom 20.03.3021 (nur für Abonnent:innen)

Da der Vorstand die fristgerecht eingereichten Anträge zur MV des Trägervereins am 24.02.2021 nicht an die Vereinsmitglieder versandt hat, bat eine Elternsprecherin am 07.02.2021 per Email an das Sekretariat der FWS Weimar um Veröffentlichung einer Mitteilung in die Schulgemeinschaft. Diese beinhaltete das Angebot, sich die Anträge von ihr direkt zuschicken zu lassen. Ihre Email wurde nicht beantwortet und die Veröffentlichung der Mitteilung erfolgte nicht. Daraufhin hat sie am 20.02.2021 die Elternsprecher:innen mit der Bitte angeschrieben, ihre Klassenverteiler zu nutzen, um den Vereinsmitglieder die Zusendung anzubieten:
12.37 Uhr Versendung ihrer Email an die Elternsprecher:innen
14.10 Uhr Antwort eines Elternsprechers mit der Ankündigung, ihre Email an den Vorstand weiterzuleiten, da ihr Vorgehen in seinen Augen nicht korrekt sei
15.28 Uhr Schreiben des Vorstandes – das Handeln der Elternsprecherin sei infam und schulgemeinschaftsschädigend; sie verstieße gegen die dreigliedrige Basis der Selbstverwaltung und missachte die Zwecke und Ziele des Vereins; Anhörungsfrist 22.02.2021 12.00 Uhr
15.49 Uhr Hinweis auf missbräuchliche Nutzung des Verteilers an die Elternsprecher:innen
17.11 Uhr Ankündigung der Prüfung des Email-Accounts und Sperrung desselben

Betr. „Vorbereitung der Mitgliederversammlung“ Email einer Elternsprecherin an die Elternsprecher:innenkonferenz vom 20.02.2021 nebst ihrer Reaktion auf das Schreiben des Vorstandes mit der gesetzten Anhörungsfrist vom 21.02.2021


„Waldorfschule Weimar wehrt sich gegen Auflagen des Schulamts“ MDR Thüringen vom 22.02.2021


„Wer anderer Meinung ist, muss gehen“ Thüringer Allgemeine vom 23.02.2021


Anträge zur Mitgliederversammlung der Vereinigung Waldorfpädagogik e. V. am 24.02.2021


„Waldorfschule Weimar jetzt auch Thema im Bildungsausschuss“ MDR Thüringen vom 26.02.2021


„Nach Gewaltvorwürfen an Schule stellt Amt Ultimatum“ Thüringer Allgemeine vom 27.02.2021 (nur für Abonnent:innen)


„Mutter nach Gewaltvorwürfen an Waldorfschule: ‚Meine Kinder gehen gerne in die Schule'“ Thüringer Allgemeine vom 01.03.2021 (nur für Abonennt:innen)


Wir schöpfen ein wenig Hoffnung:
„Der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) vereinbart mit der Waldorfschule Weimar mehrteiligen Maßnahmenkatalog zur Gewaltprävention und Aufarbeitung ungelöster innerschulischer Konflikte“ Presseinformation des Bundes der Freien Waldorfschulen vom 23.03.2021


„Bundesverband setzt Waldorfschule Weimar Frist“ ZEITonline vom 24.03.2021


„Weimarer Waldorfschule droht Ausschluss aus Verband“ Thüringische Landeszeitung vom 24.03.2021 (nur für Abonnent:innen)


„Zuverlässigkeit des Schulträgers Waldorfpädagogik Weimar e. V.“ Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Astrid Rothe-Beinlich vom 12.04.2021


„Immer mehr Fragen zur Waldorfschule Weimar“ MDR Thüringen vom 15.04.2021


Bericht einer neutralen Beobachter:in zu den Vorkommnissen an der Ottersberger Waldorfschule vom 25.04.2021


„Misshandlungen an Waldorfschule Weimar?“ ARD fakt vom 04.05.2021


Der neugewählte Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen hat sich viel vorgenommen, wie in einer Presseinformation anläßlich der Neuwahl mitgeteilt wird. Es ist für die Freie Waldorfschule Weimar sehr wichtig, wie ernst es ihm damit wirklich ist:
„Zeitgemäß und zukunftsoffen: Neuer Waldorfvorstand will Zeichen setzen“ Presseinformation des Bundes der Freien Waldorfschulen vom 10.05.2021


Leider haben die schulführenden Menschen noch nicht einmal die Elternsprecher*innen informiert, der genannte Gesprächstermin wurde allerdings mittlerweile verschoben:
„Stellungnahme des BdFWS zum Ausschlussverfahren der FWS Weimar“ vom 01.06.2021


Die Antworten auf die Kleine Anfrage der bündnisgrünen Abgeordneten im Thüringer Landtag Astrid Rothe-Beinlich:
„Kleine Anfrage 2042 und 2043 – Antwort“ vom 04.06.2021


Bericht des Schlichters des BdFWS – Rudolf Steiner Schule Ottersberg vom 04.06.2021


„“Schwarze Pädagogik“: Ottersberger Waldorfschule in der Kritik“ Weser Kurier vom 11.06.2021 (nur für Abonnent:innen)


„Nach Eltern-Kritik – Waldorfschule in Ottersberg: Lehrer erheben Mobbing-Vorwürfe“ kreiszeitung.de vom 16.06.2021


„Hasenbeck bleibt bei Klage gegen Weimarer Schulträger“ TA online vom 06.10.2021 (nur für Abonent:innen)


„Gericht fordert Mitgliederliste. Vereinigung Waldorfpädagogik unterliegt erneut einem Vereinsmitglied vor dem Weimarer Amtsgericht“ TLZ vom 27.11.2021


Auf der Mitgliederversammlung am 30.11.2021 wurde auf Antrag des Vorstands eine umfassende Satzungsänderung beschlossen. Angekündigt war diese Mitgliederversammlung ursprünglich für Juni 2021. Dieser Termin wurde vom Vorstand aber nicht vorbereitet, sondern eigenmächtig in den November verlegt. Im Juni wäre eine Präsenzveranstaltung möglich gewesen. Im November erwartbar nur Online-Konferenz und damit Inkaufnahme technisch eingeschränkter Mitsprachemöglichkeit der Mitglieder. Die aktuelle Satzung des Vereins findet sich nicht mehr für jedermann einsehbar auf der Schulhomepage, sondern diese haben die Mitglieder per Post erhalten. Das Vereinsrecht wird nun bis zur Unkenntlichkeit gebeugt. Kritik führt also nun nach Plan der Lehrenden zum Schul- UND Vereinsrauswurf. Wer wollte da noch kritische Fragen stellen? Dieses Vorgehen wird (auch) ermöglicht, weil Schüler:innen nicht (einfach) oder garnicht an eine andere Schule wechseln können. Wir dokumentieren hier die Änderung der Satzung und unsere Einschätzung dazu:
Synopse der Satzungsänderungen zur MV am 30.11.2021
Unsere Einschätzung zu den Satzungsänderungen zur MV am 30.11.2021


2022

Für den Bund der Freien Waldorfschulen reicht es offenbar aus, dass die Schule „auf einem guten Weg“ ist. Man gesteht zwar ein, dass „die Verbesserung der internen Kommunikation“ noch „bearbeitet“ werden muss – der vielbeschworene Schulfriede wird jedoch ein trügerischer sein, solange keine konsequente und umfassende – eben nicht nur juristische – Aufarbeitung der Gewaltvorkommnisse erfolgt ist und die unfreiwilligen Schulkündigungen als bedrohliches Zeugnis von Willkür und Kritikunfähigkeit diesen Weg versperren:
„Stellungnahme BdFWS / Ausschlussverfahren FWS Weimar“ vom 23.02.2022